Nein, ich möchte mich nicht hinreißen lassen vom “ganz, normalen Wahnsinn des Lebens” zu schreiben. Nö, muss echt ned sein. Und trotzdem regt sich etwas unter meiner Schreiberkapuze. Sie kennen das: ” ?”. Ein Fragezeichen.
Letztens habe ich nämlich Bücher ausgeborgt, für die Magisterarbeit. Darunter war zufällig ein Roman. Hatte ich wohl übersehen. Der Roman heißt “Möchtegern” und dreht sich über “Möchtegernschreiber”. Ich lese ihn jetzt, als wäre es mir vom Universum persönlich nahegelegt worden.
Und dann ist die Wahlmünchnerin wieder mal in der Stadt gewesen, ich trotz Deadline kurz auf einen Sprung ins Flex und als ich dann mit einer Bekannten von ihr zur Ubahn gehe, erzählt mir diese kurzerhand, dass sie mich gegoogelt und alte Texte von mir gelesen habe. Und als wäre das nicht schon eine tolle Filmszene allein, beachten Sie folgende Kameraeinstellung: Während sie dann in die Ubahn einsteigt und die Türen noch offen stehen, deutet sie auf mich und sagt: “Wollte dir nur sagen: Mach da weiter.”
Dass ansonsten auch alles krachen geht, ist nicht weniger interessant. Also, wortwörtlich krachen, denn es gibt fast jedes Mal Scherben in letzter Zeit, wenn ich ein Lokal mit meiner Gesellschaft behellige. Vielleicht auch nur Zeichen der neuen, gesellschaftlichen Clumsyheit? Und dass unsere Therme komplett Nuts ist, hat auch schon jede und jeder mitgekriegt.
Kapuzenanhebende Fragezeichen fernsteuern mich jedenfalls wieder durch Wien. Ja, es ist wieder die Zeit des Jahres.